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Es erwartet Sie mit Prof. Dr. med. Rüdiger von Harsdorf ein Kardiologe mit jahrzehntelanger medizinischer Erfahrung in leitenden Positionen in renommierten kardiologischen Fachkliniken wie in internationalen Forschungseinrichtungen.
Ein erfahrenes Team wird Sie aufmerksam betreuen und Ihnen hilfsbereit zur Seite stehen.
Zur Diagnose nutzen wir in unserer Praxis viele modernste Geräte und Behandlungsmethoden. Einige präventive und therapeutische Maßnahmen wie Herzkatheteruntersuchungen und TEE führt Prof. von Harsdorf für seine Patienten selbst im Klinikum Vilshofen durch.

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Sommerferien:                    2. bis 13. August 2021


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Neues aus der Medizin:

17.05.2021: Anleitung zur Blutdruckmessung

Anlässlich des Welt Hypertonie Tags am 17.5. mit dem diesjährigen Motto #meinblutdruckpasst wird die Blutdruckmessung in den Fokus gestellt. Darauf weist die Deutsche Hochdruckliga hin.

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Am 17. Mai findet der Welt Hypertonie Tag, in diesem Jahr unter dem Motto #meinblutdruckpasst, statt. Inhaltlich steht 2021 die Blutdruckmessung im Fokus. Anliegen dieses internationalen Aktionstages ist, die Risiken von Bluthochdruck in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken und das Bewusstsein für einen blutdruckgesunden Lebensstil zu fördern. Da die sonst an diesem Tag üblichen landesweiten Vorort-Informations- und Aufklärungs-Aktionen aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen müssen, bietet die Deutsche Hochdruckliga aus Anlass des diesjährigen Welt Hypertonie Tages erstmalig einen Online Informationstag Bluthochdruck an. Dieser wird am 19. Juni 2021 stattfinden.

In Deutschland haben lt. Angabe der Deutschen Hochdruckliga e. V. (DHL/Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention) mehr als 25 Millionen Menschen Bluthochdruck. Etwa ein Drittel der behandelten Patienten ist nicht optimal medikamentös eingestellt. Jede/r zehnte Betroffene lässt sich nicht behandeln. Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass Bluthochdruck einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen ist. Bluthochdruck ist für die Hälfte aller Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich. Sogar die Entwicklung einer Demenz ist eng mit hohem Blutdruck assoziiert. Auch in der Gesundheitspolitik ist diese Faktenlage anscheinend noch nicht angekommen, die Dimension des Problems wird seit Jahren unterschätzt. Alle Appelle der Deutschen Hochdruckliga, mehr Präventionsangebote zu schaffen und über Kampagnen die Bevölkerung über diese oft unbemerkte Gefahr zu informieren – allein die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte könnte durch Prävention sowie eine rechtzeitige und adäquate Behandlung des Bluthochdrucks vermieden werden ?, sind jedenfalls bislang weitgehend ohne Resonanz geblieben.

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14.05.2021: Long Covid: Welche Rolle spielt das Herz?

Etwa zwei Drittel der COVID-19-Patienten haben noch Monate nach einer Corona-Infektion Beschwerden (sog. Long Covid). Speziell das Herz betreffen diese aber offenbar nicht.

Was bedeutet Long Covid und inwieweit ist das Herz davon betroffen? Darüber diskutierte Prof. Dirk Westermann bei einer Pressekonferenz im Rahmen der diesjährigen, am 7. April 2021 virtuell veranstalteten Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

„Ganz wichtig ist, die Studien dazu genau zu lesen“, betonte der Kardiologe vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg. Verschiedenste Aspekte gilt es, zu beachten, unter anderem: Welche Covid-19-Patienten wurden zu welchem Zeitpunkt untersucht und was wurde als Kontrollgruppe herangezogen?

Zunächst zu den zeitlichen Aspekten: Von einem Long Covid spreche man am ehesten drei bis sechs Monate nach der akuten Erkrankung, stellte Westermann klar. Sprich: Studien, in Rahmen derer Patienten einige Wochen nach der Infektion untersucht worden sind, spiegeln kein Long Covid, sondern das subakute Stadium der Erkrankung wider. 

So war das auch bei einer im letzten Jahr publizierten MRT-Studie aus Frankfurt (siehe Kardiologie.org am 28.7.2020). Untersucht wurden Patienten gut zwei Monate nach Infektionsbeginn, und damit keine Long Covid-Patienten. Viele der Studienteilnehmer wiesen zu diesem Zeitpunkt kardiale Auffälligkeiten im MRT auf. Der Biomarker Troponin sei aber nur bei fünf Patienten noch signifikant erhöht gewesen, betonte Westermann.

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12.05.2021: Tattoos bergen gesundheitliche Risiken – auch fürs Herz

Komplikationen durch Tätowierungen können auch eine Herzentzündung auslösen. Die Deutsche Herzstiftung informiert daher über Tatoos und wer darauf verzichten sollte.

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Mindestens jeder fünfte Bundesbürger ist tätowiert, schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Doch auch wenn Tattoos inzwischen alltäglich erscheinen: Harmlos sind die Farbinjektionen nicht. Bei 0,5 bis 6 Prozent aller Tätowierten kommt es epidemiologischen Studien zufolge zu einer Infektion – mit mehr oder weniger schweren Folgen. Schwerwiegend können die Auswirkungen für Herzpatienten sein: Werden die Keime in die großen Blutbahnen gespült, können sie auch andere Organe wie das Herz angreifen. „Besonders leicht befallen die auf solche Weise eingeschleppten Bakterien erkrankte oder operierte Herzklappen”, erklärt Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

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28.04.2021: Auch wenig Alkohol kann Herzrhythmusstörung auslösen

Bereits geringe Mengen steigern das Risiko für Vorhofflimmern. Über die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf das Herz informieren Experten der Deutschen Stiftung für Herzforschung.

Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Vorhofflimmern, und zwar auch bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE – siehe European Heart Journal, Online-Veröffentlichung am 13.1.21). „Dass übermäßiger Alkoholkonsum dem Herzen schadet, ist zwar längst bekannt“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Andreas Götte vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Medizinischen Klinik II: Kardiologie und internistische Intensivmedizin am St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn. Doch diese neue Studie zeige, so Götte, dass das Organ schon bei einem kleinen Glas Wein oder Bier am Tag aus dem Takt kommen könne. „Mit der neuen Studie müssen wir erkennen, dass auch schon kleine Mengen Alkohol das Flimmern auslösen können“, so der Spezialist für Herzrhythmusstörungen.

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21.04.2021: Höhere Sterblichkeit bei Schlaganfall-Patienten mit COVID-19-Infektion

PatientInnen mit einem akuten Schlaganfall haben seit Beginn der Corona-Pandemie ein größeres Risiko, im Krankenhaus zu versterben, vor allem, wenn sie mit SARS-CoV-2 infiziert sind.

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Kommen Schlaganfall-PatientInnen in Zeiten von Corona zu spät ins Krankenhaus? Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben durch die Auswertung von Krankenkassendaten herausgefunden, dass PatientInnen mit einem akuten Schlaganfall seit Beginn der Corona-Pandemie trotz unveränderter Behandlungsmöglichkeiten ein größeres Risiko haben, im Krankenhaus zu versterben. Das gilt vor allem, wenn sie auch noch mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert sind.

Die Zusammenhänge und Gründe für die gestiegene Mortalität im Krankenhaus müssen nun in weiteren Studien untersucht werden. Außerdem sind PatientInnen mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) besonders gefährdet für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung. Diese Forschungsergebnisse haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der interdisziplinären Forschungsgruppe GermanVasc des UKE und die Krankenversicherung BARMER im Fachmagazin European Journal of Vascular and Endovascular Surgery (Online-Veröffentlichung am 6.3.21) veröffentlicht.

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05.04.2021: Verringert eine vegane Ernährung die Knochengesundheit?

Menschen, die sich vegan ernähren, weisen bei einer Messung im Fersenbein niedrigere Ultraschallwerte auf. Dies deutet auf eine geringere Knochengesundheit hin.

Die vegane Ernährung liegt im Trend. Wie sich diese auf die Gesundheit auswirkt, ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. In einer neuen Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wurde die Knochengesundheit von 36 Veganerinnen und Veganer sowie 36 Mischköstlerinnen und Mischköstler mit einer Ultraschallmessung am Fersenbein bestimmt (siehe Nutrients, Online-Veröffentlichung am 12.1.2021).

Das Ergebnis: Menschen, die sich vegan ernährten, hatten durchschnittlich niedrigere Ultraschallwerte im Vergleich zur anderen Gruppe. Dies deutet auf eine geringere Knochengesundheit hin.

In der Studie bestimmten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso Biomarker in Blut und Urin. Auf diese Weise sollten Nährstoffe festgestellt werden, die mit der Ernährung und der Knochengesundheit in Zusammenhang stehen könnten. Es gelang, aus 28 Parametern des Ernährungsstatus und des Knochenmetabolismus zwölf Biomarker zu identifizieren, die am stärksten mit der Knochengesundheit assoziiert sind - beispielsweise die Aminosäure Lysin sowie die Vitamine A und B6. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Biomarker in Kombination bei veganer Ernährungsweise meist in geringeren Konzentrationen vorlagen. Dies könnte die geringere Knochengesundheit möglicherweise erklären.

„Die vegane Ernährung gilt oftmals als gesundheitsbewusst. Unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass sich die vegane Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt“, erklärt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit. Dies wurde in der BfR-Querschnittsstudie „Risiken und Vorteile der veganen Ernährung“ genauer untersucht. An der Studie nahmen 72 Männer und Frauen teil. Von allen Personen wurde die Knochengesundheit am Fersenbein mittels Ultraschall gemessen. Erhoben wurden auch Angaben zu Alter, Rauchstatus, Bildung, Body-Mass-Index, körperliche Aktivität oder Alkoholkonsum. Das BfR konnte unter Verwendung eines statistischen Modells aus 28 ernährungs- und knochenrelevanten Parametern aus Blut oder Urin ein Muster aus zwölf Biomarkern identifizieren, die für die Knochengesundheit eine wichtige Rolle spielen. Dabei zeigte sich, dass die Vitamine A und B6, die Aminosäuren Lysin und Leucin, die Omega-3- Fettsäuren, Selenoprotein P, Jod, Thyreoidea-stimulierendes Hormon, Kalzium, Magnesium sowie das ?-Klotho-Protein positiv mit der Knochengesundheit assoziiert waren. Hingegen wurden bei höheren Ultraschallwerten in diesem Muster geringere Konzentrationen des Hormons FGF23 beobachtet.

Die Ergebnisse weisen unter Berücksichtigung weiterer wissenschaftlicher Studien darauf hin, dass Veganerinnen und Veganer eine geringere Aufnahme von Nährstoffen haben, die relevant für das Skelett sind und vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Weitere Studien sind zur Klärung erforderlich.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

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31.03.2021: Wann sind Operationen nach Corona-Infektionen wieder sicher?

Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion gehen mit einer erhöhten Sterblichkeit einher, warnt das Forschungsnetzwerk COVIDSurg.

Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 erst mindestens sieben Wochen nach dem Nachweis stattfinden. Das zeigt eine neue weltweite Studie des Forschungsnetzwerks „COVIDSurg“, an dem auch die Universitätsmedizin Halle (Saale) beteiligt ist. In der aktuellen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Anaesthesia“ belegen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen.

Demnach haben Patienten während der ersten sechs Wochen nach einem SARS-CoV-2-Nachweis verglichen mit einem später stattfindenden Eingriff ein über zweieinhalbfach erhöhtes Risiko, nach der Operation zu versterben.

„Die Entscheidung über den Aufschub einer Operation muss immer individuell mit der Patientin oder dem Patienten getroffen werden. Planbare Eingriffe, bei denen kein Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder zwischenzeitlicher Komplikationen besteht, sollten jedoch mindestens diese sieben Wochen aufgeschoben werden“, so Prof. Dr. Jörg Kleeff, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie der halleschen Universitätsmedizin und einer der Autoren. Wenn nach den sieben Wochen die COVID-19-Symptomatik noch andauere, solle möglichst noch länger abgewartet werden, bis entsprechende Symptome abgeklungen seien. Bei dringlichen Eingriffen, wie etwa Tumoroperationen, müsse das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung streng gegen das erhöhte Operationsrisiko abgewogen und in bestimmten Fällen auch früher operiert werden, so Kleeff weiter.

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19.02.2021: Auch für Herzpatienten besonders wichtig - die COVID-19-Impfung

Patienten mit Herzerkrankungen haben ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 und sollten daher unbedingt zeitnah geimpft werden.

Jeder dritte Mensch, der wegen einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden muss, hat kardiovaskuläre Vorerkrankungen. Von denjenigen Patientinnen und Patienten, die mit COVID-19 stationär versorgt werden, leiden 58 Prozent an Bluthochdruck, 28 Prozent an Diabetes, 27 Prozent an Herzrhythmusstörungen und 20 Prozent an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Diese kardiovaskulären Begleiterkrankungen sorgen dafür, dass das Risiko zu versterben mit 13,3 Prozent beinahe doppelt so hoch ist, wie bei im Krankenhaus behandelten COVID-Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen (Sterblichkeit von 7,6 %). Diese Situation wird nicht nur in Deutschland beobachtet, sondern stellt sich auch in anderen Ländern ähnlich dar. Eine Herzerkrankung erhöht damit das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf mit hohem Sterberisiko auch bei jüngeren COVID-19 Patienten vergleichbar mit Patienten im hohen Lebensalter (> 75 Jahre).

Dennoch sind Herzpatientinnen und -patienten in den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur in die vierte von sechs Impfgruppen eingeordnet worden. Lediglich herztransplantierte Personen werden bereits in der dritten Gruppe geimpft. Ihr Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung liegt allerdings auch bei nahezu 40 Prozent und fast neun von zehn der schwer an COVID erkrankten Herztransplantierten versterben.

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17.02.2021: Fettleibigkeit erhöht Risiko für schweren COVID-19-Verlauf

Erhebliches Übergewicht (Adipositas) ist ein bedeutender Risikofaktor für einen ernsten und komplizierten Verlauf einer COVID-19-Erkrankung bei Erwachsenen.

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Eine Studie der European Association for the Study of Obesity (EASO) zu COVID-19 zeigt, dass Fettleibigkeit (Adipositas) ein bedeutender Risikofaktor für einen ernsten und komplizierten Verlauf einer COVID-19-Infektion bei Erwachsenen ist. Grund sind die zahlreichen Folgeerscheinungen, die mit Adipositas assoziiert sind. Der Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE) Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm fordert daher die Implementierung von wirksamen Präventionsstrategien, die schon in der Schule realisiert werden müssen. Weiters sei eine regelmäßige Überprüfung der kardiovaskulären Risikofaktoren, wie erhöhtes Cholesterin, Blutdruck und Zuckerstoffwechsel besonders bei familiär belasteten Personen sinnvoll. „Zudem müssen schon in der Schule die Möglichkeiten für mehr körperliche Bewegung und Anreize dafür geschaffen werden“, betont Widhalm.

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01.02.2021: Blutungsrisiko bei Corona-Impfung?

Gerinnungshemmer sind kein Hindernis für eine Impfung gegen Covid-19. Die Schutzwirkung der Injektion überwiegt das Blutungsrisiko, betont die Deutsche Herzstiftung.

Mehrere hunderttausend Patienten in Deutschland werden aufgrund einer Herzerkrankung wie Vorhofflimmern oder als Träger von künstlichen mechanischen Herzklappen mit einem blutgerinnungshemmenden Medikament (sog. Antikoagulanzien) behandelt, um sie vor Embolien, Schlaganfällen und Klappenthrombosen zu schützen. Gerinnungshemmer („Blutverdünner“) senken das Embolierisiko, erhöhen aber zugleich die Gefahr von Blutungen. „Dennoch sollten sich Herzpatienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, unbedingt gegen Covid-19 impfen lassen. Die Schutzwirkung der Corona-Impfung gegen die lebensbedrohlichen Folgeschäden oder gar den Tod durch Covid-19 überwiegen die Risiken durch Blutungen bei Weitem“, mahnt der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Herzpatienten und Angehörige, die verunsichert sind, ob es aufgrund ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Herzklappenerkrankung, Herzschwäche, Herzrhythmusstörung oder Bluthochdruck mögliche Risiken durch die Covid-19-Impfung geben könnte und wissen möchten, worauf bei einer Impfung zu achten ist, finden Experten-Informationen unter www.herzstiftung.de/corona-impfung 

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06.01.2021: COVID-19-Komplikationen am Herzen

Insbesondere ältere Patienten mit kardialen Vorerkrankungen sollten sich nach einer COVID-19-Infektion unbedingt einer Ultraschalluntersuchung ihres Herzens (Echokardiografie) unterziehen.

Vor allem viele ältere Patienten entwickeln im Laufe einer COVID-19-Erkrankung Komplikationen am Herzen, beispielsweise eine Herzmuskelentzündung. Langzeitfolgen wie Luftnot, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, unter denen viele COVID-Patienten leiden, können auch auf eine durch die Infektion entstandene Herzschwäche hindeuten. Insbesondere ältere Patienten mit kardialen Vorerkrankungen scheinen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 zu haben. Umso wichtiger ist es, Anzeichen für Schäden am Herzen früh zu erkennen. Die schnellste und einfachste Methode ist dabei die Echokardiografie, wie aktuelle Studien zeigen.

Die Echokardiografie ist eine der wichtigsten Routineuntersuchungen am Herzen. Diese Ultraschalluntersuchung nutzt der Kardiologe, um zum Beispiel eine Herzinsuffizienz zu erkennen oder den Zustand der Herzklappen zu beurteilen. Die transösophageale Echokardiografie (auch Schluckecho genannt), bei dem eine Ultraschallsonde über die Speiseröhre eingeführt wird, liefert Erkenntnisse über Blutgerinnsel in den Vorhöfen oder, bei Verdacht, auf eine bakterielle Infektion der Herzklappen (Endokarditis). „Die Echokardiografie ist die zentrale Bildgebung in der Kardiologie und in der Altersmedizin nicht wegzudenken“, erklärt Prof. Dr. med. Fabian Knebel, Leitender Oberarzt an der Berliner Charité, Klinik für Kardiologie am Campus Mitte. Sie sei vielseitig einsetzbar, habe keine Kontraindikation, geringe Kosten und könne auch für Wiederholungsuntersuchungen genutzt werden, so der Leiter des Arbeitskreises Echokardiografie in der DEGUM.

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01.01.2021: Vorsorge-Check-up durch Ultraschall kann Leben retten

Die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta gehört für Männer ab 65 Jahren zum Gesundheits-Check-up. Experten erklären, warum diese Vorsorgeuntersuchung auch für Frauen wichtig ist.

Bis zu 2000 Menschen sterben pro Jahr an einer Ruptur, also einem Zerreißen oder Aufplatzen, eines Bauchaortenaneurysmas. Die Aorta ist das größte arterielle Blutgefäß im menschlichen Körper. Die  Bauchaorta (Aorta abdominalis) ist bei einem Erwachsenen durchschnittlich zwischen zwei und drei Zentimeter dick. Als Aneurysma wird eine Aussackung des Gefäßes verstanden, bei der der Lumen des Blutgefäßes ausgedehnt wird. Durch die Ausdehnung wird die Gefäßwand immer dünner, bis sie schließlich reißt.

In Deutschland gehört die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta für Männer zu dem durch die Krankenkassen bezahlten Gesundheits-Check-up ab 65 Jahren. Warum zusätzliche eine flächendeckende Einladung zum Screening sinnvoll ist und warum die Vorsorgeuntersuchung auch für Frauen wichtig ist, war Thema einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM). Den Videomitschnitt der Pressekonferenz können Interessierte hier ansehen: https://attendee.gotowebinar.com/recording/3207801396125793038

Schmerzfrei, risikolos und ohne Nebenwirkungen – das ist eine Ultraschalluntersuchung. Sie steht im starken Kontrast zu dem, was sie, im Falle der Ruptur eines Bauchaortenaneurysmas, verhindern kann: Nur zehn Prozent aller Patienten, die eine Ruptur erleiden, erreichen lebend das Krankenhaus, alle anderen versterben bereits auf dem Weg dorthin oder noch zu Hause. Geschätzt 250.000 Menschen in Deutschland sind an einem Bauchaortenaneurysma erkrankt.

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07.12.2020: Die Maske schützt auch den Maskenträger

Ihre bisher zurückhaltende Bewertung der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Schutz mit Alltagsmasken aus Stoff hat die US-Behörde Centers for Disease Control (CDC) jetzt revidiert.

„Masken schützten hauptsächlich andere Menschen und weniger den Maskenträger selbst“. – Diesen Standpunkt hatte die US-Seuchenbehörde CDC lange vertreten. Jetzt betont die Behörde auch die Wirksamkeit der Maske zum Eigenschutz vor SARS-CoV-2. In einer kurzen Zusammenfassung der wissenschaftlichen Evidenz (scientific brief) betont die Behörde: „Masken sind vor allem sinnvoll, um die Weitergabe von SARS-CoV-2 durch asymptomatische oder präsymptomatische Infizierte zu verhindern, die insgesamt etwa 50 Prozent aller Übertragungen ausmachen. Masken schützten aber auch ihren Träger, weil sie die Inhalation virushaltiger Tröpfchen oder Aerosole reduzieren. Insgesamt addieren sich beide Effekte, und je mehr Menschen Masken tragen, desto größer ist auch der Nutzen für den Einzelnen.“

Die Daten zur Wirksamkeit der Prophylaxe gegen COVID-19 unter realistischen (real world) Bedingungen stammen aus Beobachtungsstudien und experimentellen Untersuchungen. Die Behörde listet dazu einige besonders eindrucksvolle Beispiele auf:

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02.12.2020: Herz und Gefäße auch während des Lockdowns schützen

Sowohl die Mediterrane Diät als auch die New Nordic Diet verringern das Risiko für Übergewicht, Diabetes und damit auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

Essen wie in Italien oder ein kulinarischer Ausflug zur New Nordic Diet der Skandinavier: Das kann während der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht nur mögliches Fernweh lindern, sondern zugleich auch Herz und Gefäße schützen. Eine ballaststoffreiche und fettarme Kost nach diesen gesunden Ernährungsmustern ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil eines herzgesunden Lebensstils, sondern auch kulinarisch anspruchsvoll und eine Bereicherung für die Lebensqualität. Sowohl die Mediterrane Diät als auch die New Nordic Diet verringern das Risiko für Übergewicht, Diabetes und damit auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Dass Ernährung und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind und eine ausgewogene Kost lebensverlängernd wirken kann – daran erinnert die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) anlässlich der bundesweiten Herzwochen, die auch in diesem November wieder von der Deutschen Herzstiftung begangen wurden.

Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Salat, Obst, Fisch und Vollkornprodukte – dagegen eher wenige, vor allem aber die richtigen Fette, wenig Zucker, Salz und Alkohol: „Präventive Ernährung funktioniert nicht über einzelne Nahrungsbestandteile oder vermeintliche Superfoods, sondern über Ernährungsmuster“, erklärt Prof. Dr. oec. troph. Dr. med. Anja Bosy-Westphal, Leiterin der Abteilung Humanernährung an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel und Präsidentin der DGEM. Nicht nur die klassische Mittelmeerkost hat sich als präventiv wirksame Ernährungsform bewährt, auch die sogenannte New Nordic Diet ist durch eine gesunde und nachhaltige Lebensmittelauswahl charakterisiert und erweitert damit die Auswahl von gesunden Rezepten bei unterschiedlichen Traditionen und sozio-kulturellen Bedürfnissen. In epidemiologischen Studien konnte das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere akute Herz-Kreislauf-Ereignisse damit deutlich gesenkt werden. Auch Menschen, die bereits mit Herzproblemen zu kämpfen haben – bei denen etwa die Herzkranzgefäße bereits verengt sind oder die bereits einen Infarkt erlitten haben – profitieren von einem gesunden Ernährungsmuster. „Um das Risiko eines weiteren kritischen Ereignisses zu reduzieren gelten prinzipiell dieselben Empfehlungen wie in der Primärprävention“, erklärt Bosy-Westphal.

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23.11.2020: Masken sind kein Gesundheitsrisiko

Mund-Nasen-Bedeckungen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Eindämmung des Coronavirus. Manche glauben allerdings, sie würden ihnen schaden. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

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Das Tragen einer Alltagsmaske oder eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes zum Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2-Viren birgt nach Einschätzung mehrerer Experten keine gesundheitlichen Risiken. Eher im Gegenteil, meint der HNO-Arzt und Vorsitzender der Landesgruppe Bayern im Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg. Unter der Maske bleibe die Atemluft wärmer. „Im Prinzip pflegt man die Schleimhäute, da man sie vor Austrocknung durch kalte Luft oder Heizungsluft schützt.“ Das sei dem Prinzip der feuchten Kammer ähnlich, das bei trockenen Nasenschleimhäuten oder Problemen mit Nasenbluten genutzt wird. „Dann wird empfohlen, das Nasenloch etwa mit einem Stopfen zu verschließen. Dadurch erholt sich die Schleimhaut.“

Unbegründet sind laut dem HNO-Mediziner auch Sorgen, dass man anfälliger für erneute Ansteckungen sei, weil man Keime durch die Barriere vor dem Mund immer wieder einatmet. „Reinfektionen muss man nicht fürchten.“ Das gilt für medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen ebenso wie für Alltagsmasken aus Baumwolle.

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16.11.2020: Ist COVID-19 eine Gefäßerkrankung?

Immer mehr Studien belegen, dass COVID-19-Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen haben. Blutverdünnern könnten die Sterblichkeit möglicherweise verringern.

Anfangs als reine Lungenkrankheit betrachtet, deuten immer mehr Studien darauf hin, dass eine COVID-19-Erkrankung die Blutgefäße schädigt und Gefäßerkrankungen wie Thrombosen, Lungenembolien oder Schlaganfälle begünstigt. „Dazu zählen Thrombosen, Lungenembolien oder schwere Durchblutungsstörungen in Beinen und Armen“, berichtet Prof. Dr. med. Markus Steinbauer von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG). Im schlimmsten Fall können diese sogar tödlich verlaufen. „Die Sterblichkeit von COVID-Patienten mit Thrombose, die intensivmedizinisch betreut wurden, lag in einer Studie bei rund 50 Prozent“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg.

Untersuchungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf von Verstorbenen mit COVID-19 ergaben zudem, dass mehr als 58 Prozent einen Verschluss der Unterschenkelvenen aufwiesen, die zuvor im klinischen Befund nicht aufgefallen waren. Ein Drittel der Patienten verstarb an einer Lungenembolie. „Warum sich bei COVID-Patienten Gefäßerkrankungen und vor allem Thrombosen häufen, ist noch nicht klar“, meint Steinbauer. Die genauen Ursachen für die Gefäßschädigungen müssten erst noch wissenschaftlich aufgearbeitet werden, so der DGG-Experte.

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02.11.2020: Neuer Therapieansatz für salzsensitiven Bluthochdruck

Das bisherige Fehlen einer zielgerichteten Therapie der salzsensitiven Hypertonie war häufig der Grund dafür, dass Patienten nicht auf herkömmliche Blutdrucksenker ansprechen.

Zur Entstehung des sogenannten salzabhängigen Bluthochdrucks (salzsensitive Hypertonie) im komplexen Zusammenspiel des sympathischen Nervensystems und den Nieren gibt es neue Erkenntnisse - das berichten Forschende der Boston University School of Medicine (siehe Hypertension, Online-Veröffentlichung am 28.9.2020). In der Studie konnte erstmals gezeigt werden, dass Alpha1-Adrenorezeptor-Blocker die Aktivität des Natrium-Wiederaufnahmeprozesses in den Nieren reduzieren, dadurch die Salzausscheidung steigern und über diesen Weg den Blutdruck senken. Das bedeute letztlich auch, dass eine zielgerichtete Therapie des salzsensitiven Bluthochdrucks zur Verfügung stünde, deren bisheriges Fehlen ein häufiger Grund dafür ist, dass Patienten nicht auf herkömmliche Blutdrucksenker ansprechen.

In Deutschland hat fast jeder dritte Erwachsene zu hohen Blutdruck (arterielle Hypertonie). Bei den über 60-Jährigen ist im Durchschnitt sogar jeder Zweite von erhöhten Werten betroffen und hat damit ein deutlich erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (insbesondere Gefäßverkalkungen/Atherosklerose). Besonders gefürchtete Folgeerkrankungen sind Herzinfarkt und Schlaganfall, aber jahrelanger Bluthochdruck kann auch zum Versagen der Nieren oder zur Erblindung führen.

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22.10.2020: Symptome eines Schlaganfalls erkennen und handeln

Anlässlich des heutigen Weltschlaganfalltags weisen Mediziner vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die ersten Anzeichen eines Schlaganfalls hin und geben Tipps, wie man helfen kann.

Plötzlich stockt die Sprache, die Silben sind abgehackt und die Worte lallend, das Seefeld ist eingetrübt und der Mundwinkel hängt nach unten – diese Symptome eines Schlaganfalls sollten Betroffene nicht ignorieren. Sie sind erste Anzeichen für eine schwere Erkrankung, die unbehandelt zu noch schlimmeren gesundheitlichen Folgen führt. Anlässlich des Weltschlaganfalltags am Donners-tag, 29. Oktober, machen Mediziner am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden darauf aufmerksam und warnen davor, die Symptome zu ignorieren.

„Auch nach einer transitorischen, also kurzfristigen Durchblutungsstörung ist es notwendig, lebenslang Medikamente zunehmen, um einen Schlaganfall zu verhindern“, sagt Prof. Volker Pütz, Facharzt für Neurologie und Leiter der Stroke-Unit. Nur durch geeignete Therapien sowie eine regelmäßige Nachsorge sind Betroffene optimal versorgt und können den Weg zurück in den Alltag schaffen. Das beweist das Nachsorgeprogramm SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall des Uniklinikums und der AOK Plus: Die Patienten haben eine höhere Lebenserwartung als deutschlandweite Registerdaten prognostizieren.

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12.10.2020: Wann ist niedriger Blutdruck bedenklich?

Wann man bei niedrigem Blutdruck zum Arzt gehen sollte und welche Menschen besonders häufig betroffen sind, erläutern Experten der Deutschen Herzstiftung.

Die Beschwerden bei niedrigem Blutdruck sind schwer von generellen Befindlichkeitsstörungen zu unterscheiden, der Leidensdruck kann aber hoch sein: Schwindel, Benommenheit, Flimmern vor den Augen, morgendliche Müdigkeit, Antriebsmangel, Konzentrations- und Leistungsschwäche. Auch kalte Hände und Füße, ein Gefühl des Luftmangels, Herzklopfen und innere Unruhe können auftreten. Einen niedrigen Blutdruck durch körperliche Veranlagung, der nicht auf eine Vorerkrankung zurückgeht, haben in Deutschland bis zu drei Millionen Menschen. „Viele Betroffene fühlen sich von Beschwerden wie Müdigkeit oder Herzrasen beeinträchtigt“, berichtet Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Diese Form des niedrigen Blutdrucks tritt (bis zur Menopause) häufiger bei jüngeren Frauen als bei älteren Personen auf.

Bekanntlich kann ein zu hoher Blutdruck gefährlich für Herz und Gefäße werden bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall, besonders dann, wenn der Hochdruck unentdeckt und unbehandelt bleibt. Deshalb rät die Herzstiftung ab 35 Jahren zur regelmäßigen Blutdruckmessung beim Hausarzt (Gesundheits-Checkup alle zwei Jahre). „Demgegenüber ist der niedrige Blutdruck für das Herz in aller Regel unbedenklich, wenn ihm keine Krankheiten zugrunde liegen“, betont der Kardiologe und Pharmakologe aus Hamburg. „Ist aber der Leidensdruck wegen der Beschwerden groß, sollten Betroffene zum Arzt, um organische Ursachen auszuschließen.“

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09.10.2020: Schlaganfallgefahr durch verengte Halsschlagader

Patienten mit einer verengten Halsschlagader sollten auch in Zeiten von Corona ihre Kontrolluntersuchungen und OP-Termine unbedingt wahrnehmen. Dazu raten Experten der DGG.

In Deutschland leben etwa eine Million Menschen mit einer Halsschlagader, die zu mehr als 50 Prozent durch Kalkablagerungen verengt ist. Lösen sich aus diesen Plaques Stückchen heraus, droht ein Schlaganfall im Gehirn. Viele dieser Patienten haben aus Angst vor einer Corona-Infektion notwendige Kontrolluntersuchungen oder anstehende Operationen vermieden. Experten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) raten, diese Termine dennoch unbedingt wahrzunehmen.

„Wir befinden uns fast wieder im Normalbetrieb“, betont DGG-Experte und Privatdozent Dr. med. Farzin Adili. „Die Angst vor einer Corona-Infektion im Krankenhaus ist weitgehend unbegründet“, fügt der Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin, Gefäß- und Endovascularchirurgie am Klinikum Darmstadt hinzu. Patienten sollten vor einem Klinikaufenthalt einen Corona-Abstrich vornehmen lassen. „Andernfalls müssen wir den Abstrich in der Klinik machen“, so Adili. „Aber auf keinen Fall sollten Kontrolluntersuchungen und Operationen von Gefäßerkrankungen auf die lange Bank geschoben werden.“

In Deutschland erleiden jedes Jahr bis zu 30.000 Menschen einen Schlaganfall, der von Ablagerungen an der Gefäßwand einer verengten Halsschlagader ausgeht. „Das entspricht 15 Prozent aller Schlaganfälle, die durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen werden“, erklärt Adili. Die Verengung – in der Fachsprache „Carotisstenose“ genannt – fällt häufig lange Zeit nicht auf, weil sie zunächst keine Beschwerden verursacht und die Halsschlagader der Gegenseite eine etwaige Minderdurchblutung ausgleichen kann.

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16.09.2020: Kardiologen empfehlen Herzpatienten Sport

Herzkrankheiten werden oft medikamentös behandelt. Aber auch Sport hat positive Effekte, die nicht unterschätzt werden sollten. Nun haben sich Kardiologen für neue Empfehlungen ausgesprochen.

Sportliche Aktivitäten sind nach Angaben von Kardiologen für Menschen mit Herzerkrankungen nicht nur gesund, sondern in fast allen Fällen ein Muss. „Regelmäßiges Training verhindert nicht nur das Auftreten von Krankheiten, sondern reduziert das Risiko eines zu frühen Tods bei Menschen mit vorangeschrittenen Herzerkrankungen“, erklärt Antonio Pelliccia vom Institut für Sport und Medizin in Rom.

Pelliccia und weitere Fachleute haben in einer Arbeitsgruppe in der European Society of Cardiology (ESC) erstmalig Leitlinien für sportliche Aktivitäten bei herzkranken Menschen zusammengetragen (siehe European Heart Journal, Online-Veröffentlichung am 29.8.2020). Herzkranke Menschen sollen demnach mindestens 150 Minuten in der Woche trainieren und moderates Training vorziehen. Krafttraining mit leichten Gewichten sei für Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder/und Diabetes ein passendes Trainingskonzept. Zusätzlich sollten sie ihre Ausdauer trainieren - also beispielsweise Radfahren, Laufen und Schwimmen.  

„Bewegung ist für fast alle Formen von Herzerkrankungen gesund. Diese Empfehlungen werden von allen Fachgesellschaften uneingeschränkt befürwortet“, betont Bernhard Schwaab, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen. Zwar habe die ESC die Leitlinien das erste Mal zusammengetragen, die Inhalte sind Schwaab zufolge aber nicht neu. „Dass die größte Fachgesellschaft sich dieses Themas annimmt zeigt aber, welche Bedeutung das für die kardiologische Wissenschaft hat“, so Schwaab.

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07.08.2020: Vorsicht vor dem Coronavirus hilft nicht bei Herzinfarkt

Bei Symptomen wie Luftnot und Brustschmerz denken die meisten Menschen derzeit an eine Coronavirus-Erkrankung und nicht an einen Herzinfarkt. Das kann gefährlich werden.

Das Coronavirus und die damit einhergehenden Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens haben den Alltag vieler Menschen stark verändert. Doch nicht nur das Virus an sich, auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Krankheitserreger kann schwerwiegende Folgen haben - das bestätigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Ulm. ExpertInnen der Klinik für Innere Medizin II haben untersucht, welche Veränderungen es bei der Versorgung von PatientInnen mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Universitätsklinikum Ulm gab und ob sich die Anzahl der PatientInnen mit diesem Krankheitsbild verändert hat.

„Neben der Angst vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, denken im Moment die meisten Menschen bei Symptomen wie Luftnot und Brustschmerz zunächst an eine Coronavirus-Erkrankung und nicht an einen Herzinfarkt“, erklärt Prof. Wolfgang Rottbauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen des Universitätsklinikums Ulm. „Wir wissen, dass eine verzögerte Diagnostik und Behandlung eines Herzinfarktes Leben und Herzmuskel kostet – denn Zeit ist Muskel. Die Effekte der Coronavirus-Pandemie auf die Herzinfarktversorgung haben wir deshalb über unsere Chest Pain Unit (CPU) analysiert“, berichtet Prof. Wolfgang Rottbauer weiter. Die CPU arbeitet seit zehn Jahren für die Großregion Ulm und ist auf die notfallmäßige Behandlung von HerzpatientInnen spezialisiert.

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05.08.2020: Sommer, Sonne und Hitze können auch lebensgefährlich werden

Meteorologen prognostizieren Hitzeperioden für die Zukunft. Damit steigt auch das Risiko, im Sommer einen Sonnenstich, Hitzschlag oder eine Hitzeerschöpfung zu erleiden.

Der Sommer 2018 war der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 und Meteorologen prognostizieren für die Zukunft weitere Hitzeperioden. Damit steigt auch das Risiko im Sommer einen Sonnenstich, Hitzschlag oder eine Hitzeerschöpfung zu erleiden. In der Fachzeitschrift Notfallmedizin up2date (2020, Band 15/2, Seite 327-146) fassen Daniela Naß und Dr. med. Edgar Bauderer, eine Notfallsanitäterin und ein Notarzt, Ursachen, Anzeichen und Gegenmaßnahmen zu verschiedenen Hitzenotfällen zusammen. Daniela Naß ist Gesundheits- und Krankenpflegerin (Intensiv) sowie Notfallsanitäterin und leitet die DRK Landesschule Baden-Württemberg in Ellwangen. Dr. med. Edgar Bauderer ist Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Schmerztherapie an den Sana Kliniken in Bad Wildbad mit langjähriger Erfahrung als Notarzt.

Betragen die Temperaturen im Schatten mehrere Tage um die 29 Grad Celsius oder klettern auf 35 Grad Celsius, ohne dass es nachts spürbar abkühlt, bewerten Mediziner die Belastung als stark bis extrem. Der Körper passt sich entsprechend an: die Produktion von Schweiß wird hochgefahren, während die Salzkonzentration darin sinkt. Die Folge: der Schweiß verdunstet schneller und kühlt den Körper, ohne dass er zu viel Salze verliert. Die Blutzusammensetzung verändert sich, das Durstgefühl steigt.

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27.07.2020: Corona-Virus befällt auch das Herz

Das SARS-CoV-2-Virus kann auch Herzzellen infizieren und sich darin vermehren. Zudem ist es in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Das berichten Forscher aus Hamburg…

Überraschende Erkenntnis von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE): Das Corona-Virus kann auch Herzzellen infizieren und sich darin vermehren. Zudem ist es in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Das geht aus einer aktuellen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Westermann aus der Klinik für Kardiologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin des UKE hervor. Für die Studie wurden 39 verstorbene Herzpatientinnen und -patienten untersucht, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren.

„Bisher wusste man nicht, in wie vielen Fällen SARS-CoV-2 auch das Herz befällt und – wenn es das tut – ob es sich in Herzzellen vermehren und dort krankhafte Veränderungen hervorrufen kann. Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen haben wir deutlich mehr Klarheit“, erklärt Studienleiter Prof. Westermann aus dem Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des UKE. Bei rund zwei Drittel der untersuchten Patientinnen und Patienten (24 von 39) konnten die Forschenden im Herzgewebe das Corona-Virus SARS-CoV-2 nachweisen. In 16 Fällen fanden sie das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können (mehr als 1.000 Viruskopien pro Mikrogramm RNA). Bei fünf Patienten mit den höchsten Virusmengen identifizierten die Forschenden den Plus- und Minus-Strang des Virus-Erbguts. „Das ist das Zeichen, dass sich das Virus auch in der betreffenden Zelle vermehrt“, so Prof. Westermann.

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08.06.2020: Stoffwechselbedingte Entzündung durch Übergewicht gefährdet die Gesundheit

Fettzellen setzen insbesondere im Bauchbereich Mediatoren und Hormone frei, die eine Entzündung hervorrufen. Diese Metaflammation erhöht langfristig auch das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt.

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Überschüssiges Fettgewebe, von dem etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland betroffen sind, ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern vor allem ein Risiko für die Gesundheit. Die Fettzellen setzen insbesondere im Bauchbereich Mediatoren und Hormone frei, die eine schwelende Entzündung hervorrufen, und zwar sowohl lokal als auch systemisch.

Eigentlich ist Fettgewebe für den Menschen ein nützlicher Energiespeicher. „Die dort gelagerten Fettsäuren sichern das Überleben in Zeiten, in denen es wenig zu essen gibt“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas Schäffler, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III der Justus-Liebig-Universität Gießen. Da es solche Phasen eines Nahrungsmangels hierzulande kaum mehr gibt, kommt es bei den meisten Erwachsenen im Verlauf des Lebens zu einer allmählichen Gewichtszunahme, insbesondere des metabolisch ungünstigen Fettgewebes im Bauchraum (viszerales Fettgewebe). In Deutschland hat mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen Body-Mass-Index (BMI) von über 25 kg/m2 und gilt deshalb als übergewichtig. Einer von sechs ist mit einem BMI von über 30 sogar fettleibig oder adipös. „Normalgewicht ist in Deutschland nicht mehr der Normalfall“, betont Schäffler, Tagungspräsident des diesjährigen Hormonkongresses in Gießen, der vom 4.-6.3. in Gießen stattfand. Nicht wenige übergewichtige Menschen erkranken im Verlauf des Lebens auch an einem Typ-2-Diabetes. In Deutschland ist dies mittlerweile fast jeder zehnte Erwachsene.

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11.05.2020: Kann eine Eisentherapie bei Herzschwäche helfen?

Was bedeutet Eisenmangel für geschwächte Herzen und was bewirkt eine Eisentherapie? Diese Fragen will ein Forschungsvorhaben am Göttinger Herzzentrum aufklären.

Eisenmangel bei gesunden Menschen ist in der Regel gut behandelbar und bei ärztlicher Versorgung komplikationslos. Bei Menschen mit Herzschwäche hingegen ist der Mangel an Eisen im Blut ein häufiger Auslöser für einen Krankenhausaufenthalt. „Eisenmangel gilt heute als eine Begleitkrankheit der Herzschwäche und kann auch ohne jede Blutarmut vorliegen. Eine standardmäßige Überprüfung der Eisenwerte bei Herzschwäche ist deshalb wichtig“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, und warnt: „Ein chronisch niedriger Eisenwert im Blut kann die Herzinsuffizienz sogar dramatisch verstärken.“

Eisenmangel führt insbesondere zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche der meist ohnehin geschwächten Herzpatienten und beeinträchtigt deren Lebensqualität. Umgekehrt weiß man, dass eine intravenöse Eisenzufuhr zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu weniger Krankenhausaufenthalten bei den Patienten führt. „Forschungsergebnisse für die Weiterentwicklung dieser noch neuen Therapieoption und die Entwicklung neuer Therapieansätze sind deshalb notwendig“, unterstreicht Andresen. Insbesondere über die genauen Zusammenhänge zwischen Eisenmangel in den Herzmuskelzellen, dem Eisenstoffwechsel und der Entwicklung einer Herzinsuffizienz bedarf es weiterer medizinischer Erkenntnisse. Ein wichtiger Schritt hierfür ist getan: die Deutsche Herzstiftung fördert mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung mit 60.000 Euro das Forschungsvorhaben „Einfluss von Eisensubstitution auf die Herzinsuffizienzentwicklung“ unter der Leitung von Prof. Dr. med Karl Toischer, Kardiologe am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen.

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17.04.2020: Höheres Komplikationsrisiko mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch COVID-19

Die Gründe, warum Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitserlauf nach einer Corona-Infektion haben, erläutert ein Internist im Interview.

Angesichts der Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 herrscht bei Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen derzeit besondere Verunsicherung über Risiken und zu ergreifende Maßnahmen. Axel Bauer, Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

Warum haben Personen mit Vorerkrankungen des Herzens im Vergleich zu PatientInnen mit anderen Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem neuen Coronavirus CoV-2?

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen haben Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeschränkte Reserven und können die zusätzliche Belastung einer Infektionserkrankung schlechter kompensieren. Zum anderen kann die Immunabwehr bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschwächt sein. Des Weiteren kann das Virus neben der Lunge auch das Herz im Sinne einer akuten Herzmuskelschädigung direkt angreifen. In Wuhan war das bei fünf der 41 ersten PatientInnen mit COVID-19 der Fall. Diesen zusätzlichen Angriff stecken PatientInnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen schlechter weg. Zuletzt könnte es jedoch auch spezifische Mechanismen geben, die bislang nicht verstanden sind. Insbesondere die Häufung von Bluthochdruck und schweren Verläufen von COVID-19 scheint mir auffällig.

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13.04.2020: Corona, Sport und das Immunsystem

Wenn es zu einer Corona-Infektion kommt, ist es vorteilhaft, gesundheitlich und in Bezug auf die eigene Fitness bestmöglich aufgestellt zu sein. Sport kann dazu beitragen.

Vonseiten der Politik werden umfangreiche Maßnahmen getroffen, um die Erkrankung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird, einzudämmen. Laut Fachleuten bleibt das Risiko einer Infektion für einen Großteil der Bevölkerung dennoch bestehen. Wie Sport das Immunsystem beeinflusst und damit zu einem möglicherweise milderen Verlauf der Krankheit beiträgt, erklärt Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, Neurologe und Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn.

„Wenn es zu einer Infektion kommt, ist es vorteilhaft, gesundheitlich und in Bezug auf die eigene Fitness bestmöglich aufgestellt zu sein“, sagt Reinsberger, der sich in seiner Forschung mit klinisch-wissenschaftlicher Leistungs- und Gesundheitsdiagnostik befasst. Der Mediziner ruft zum Handeln auf: „Die körperliche Leistungsfähigkeit und das Immunsystem zu stärken, ist essentiell – in Zeiten von Corona mehr denn je. Auch bislang nicht oder wenig Aktive sollten jetzt trainieren, wenn sie nicht an Krankheitssymptomen leiden. Sport erhält nicht nur die Fitness, sondern hilft dem Körper durch seine Wirkung auf die Abwehrkräfte dabei, mit Infektionen besser fertig zu werden“. Gleichzeitig macht er deutlich: „Das Infektionsrisiko als solches wird nicht verringert. Das Virus betrifft fitte und weniger fitte Menschen gleichermaßen – aber die Verläufe sind vermutlich unterschiedlich.“

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06.03.2020: Coronavirus - Empfehlungen für Herzpatienten

Bei Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung kann eine Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 Komplikationen hervorrufen. Experten des American College of Cardiology empfehlen u.a. Folgendes.

Die Infektion mit dem neuen Coronavirus (COVID-19) verläuft bei vorerkrankten Patienten weit schwerer als bei zuvor Gesunden. Bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen führen Virusinfektionen häufig zu einer allgemeinen Destabilisierung. Die eingeschränkte Herzfunktion (sog. kardiale Reserve) der Betroffenen kann von den erhöhten metabolischen Anforderungen infolge der Infektion rasch überfordert werden. Insbesondere Virusinfektionen, die die Atemwege angreifen, wie Influenza, SARS, MERS oder COVID-19 stellen dabei eine besondere Herausforderung für das kardiovaskuläre System dar.

Kardiovaskuläre Komplikationen

Vorherige Pandemien mit Grippe, SARS oder MERS führten insbesondere bei der Entwicklung einer Lungenentzündung bei kardialen Risikopatienten häufig zu Verschlechterungen (Exazerbationen) der kardiovaskulären Grunderkrankung und einer akuten Herzinsuffizienz. Bei Patienten mit chronischem Koronarsyndrom konnte es zur Destabilisierung von Plaques und infolgedessen zu Herzinfarkten kommen. Schließlich vergrößerten die bei Herzpatienten häufigen Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Adipositas, COPD oder chronische Nierenerkrankung das Risiko kardiovaskulärer Komplikationen noch.

Empfehlungen für kardiale Risikopatienten

Aufgrund der Gefahr, die eine COVID-19-Infektion vor allem für kardiale Risikopatienten darstellt, hat ein Expertengremium des American College of Cardiology u.a. folgende klinische Empfehlungen auf der Grundlage des derzeitigen Wissensstandes erstellt:

  • COVID-19 Patienten mit zugrundeliegender chronischer Erkrankung von Herz, Atmungsapparat, Nieren oder anderen mit Priorität sollten behandelt werden.
  • In Gebieten, in denen COVID-19 aktuell grassiert, sollten Herzpatienten über ihre besonderen Risiken und zusätzliche Schutzmaßnahmen beraten werden.
  • Einige Experten meinen, dass eine rigorose Anwendung leitliniengerechter Empfehlungen zur Stabilisierung von Plaques Patienten mit chronischem Koronarsyndrom zusätzlichen Schutz bieten kann. Die Medikation sollte dabei jedoch auf das Individuum zugeschnitten sein.
  • Der Impfstatus von Patienten mit chronischem Koronarsyndrom sollte stets up to date sein. Insbesondere ein aktueller Pneumokokken- und ein Influenza-Impfschutz wird dringend empfohlen.
  • Die Symptome einer COVID-19 Infektion können die klassischen Symptome und typische Krankheitsbilder eines akuten Myokardinfarkts (AMI) überlagern, sodass das Risiko einer Unterdiagnose besteht.
  • Herzpatienten in Gegenden mit geringem COVID-19-Infektionsrisiko sollten über die weiterhin bestehenden Risiken durch Influenza sowie die enorme Bedeutung von Impfungen und häufigem Händewaschen als Infektionsschutz und einer gewissenhaften Therapieadhärenz als Schutzmaßnahme vor kardiovaskulären Komplikationen im Falle einer Infektion aufgeklärt werden.

Empfehlungen können sich jederzeit ändern

Die COVID-19 Epidemie breitet sich schnell aus und hat ein unscharfes klinisches Profil. Angehörige der medizinischen Berufe sollten daher darauf vorbereitet sein, dass sich die Empfehlungen bei einer neuen Informationslage jederzeit ändern können.

Quelle: Gelbe Liste, Barbara Welsch

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